Heute, vor 73 Jahren rief die SED den „Aufbaus des Sozialismus“ aus
Am 9. Juli 1952 markierte die 2. Parteikonferenz der SED einen düsteren Wendepunkt in der Geschichte der DDR. Unter dem Deckmantel des „Aufbaus des Sozialismus“ wurde dort der vollständige Umbau der ostdeutschen Gesellschaft nach sowjetisch-stalinistischem Vorbild verkündet – ein Programm, das in Wahrheit nichts anderes als die systematische Unterdrückung von Freiheit bedeutete.
Angeführt wurde dieses Projekt vom Generalsekretär des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht, der sich mit seinem Führungsanspruch zum unangefochtenen Machtzentrum der DDR aufschwang. Mit dem erklärten Ziel, eine „sozialistische Gesellschaft“ zu errichten, rechtfertigte das Regime eine beispiellose Zentralisierung, politische Repression und massive Eingriffe in das Leben der Bevölkerung.
Die SED hatte sich längst zur einzigen relevanten Macht im Staat aufgeschwungen – demokratische Prinzipien wurden systematisch abgeschafft, die Gewaltenteilung ausgehebelt und politische Gegner verfolgt und verhaftet.
In einer fast achtstündigen Machtdemonstration verkündete Ulbricht in seiner Rede über „die gegenwärtige Lage und die neuen Aufgaben der SED“ weitere autoritäre Maßnahmen, wie die Aufstellung einer nationalen Armee (später Nationale Volksarmee), der forcierte Aufbau der Schwer- und Rüstungsindustrie, die Abschaffung der fünf Länder und Einführung von 15 zentralistisch gesteuerten Bezirken, sowie die zwangsweise Kollektivierung der Landwirtschaft.
Die DDR bestand von 1949 bis 1990 als totalitäres Einparteienregime, das durch flächendeckende Überwachung und politische Verfolgung geprägt war. Dass dieses Unrechtsregime am 3. Oktober 1990 beendet wurde, war ein historischer Glücksfall – Millionen Menschen konnten sich endlich aus der Diktatur befreien und in Freiheit leben.

